Sandgrube 13

Geschichte

Der Weinbau in und um Krems läßt sich über 2000 Jahre zurückverfolgen. Begünstigt durch das milde Klima, die Bodenverhältnisse und die Tüchtigkeit der Weinhauer entwickelten sich Krems und die Rebhänge der Wachau zum besten Weinbaugebiet Österreichs.

Weinbau in Krems

Die ersten Qualitätsreben gab es hier im 3. Jhd.n.Chr., unter dem Legat des römischen Kaisers Probus (276 bis 282). In der "Vita Sankt Severini", der Lebensgeschichte des Heiligen Severins, der in Krems und Mautern lebte, ist erwähnt, daß sich der Heilige "at vineas" (in die Weinberge) zurückgezogen habe.

Weinbau in Krems

Die ersten Qualitätsreben gab es hier im 3. Jhd.n.Chr., unter dem Legat des römischen Kaisers Probus (276 bis 282). In der "Vita Sankt Severini", der Lebensgeschichte des Heiligen Severins, der in Krems und Mautern lebte, ist erwähnt, daß sich der Heilige "at vineas" (in die Weinberge) zurückgezogen habe.

Im 11. Jhd. wird zum ersten Mal die Riede (Lage) „Kremser Sandgrube“ erwähnt, die bis heute bekannteste Herkunft für Grünen Veltliner.

Nach der Völkerwanderung nahm der Weinbau mit der Kultivierung durch fränkische und bayrische Mönche wieder großen Aufschwung. Über 40 Klöster aus Mittel- und Westeuropa verfügen seither in Krems und Umgebung über wertvollen Besitz an Weingärten.

Zu einer Zeit, in der die Bauernschaft in Europa unter Leibeigenschaft litt, wurden die Kremser Weinhauer dem Bürgerstand gleichgestellt. Die im Jahre 1447 in Krems gegründete Hauerinnung, die älteste Weinhauerszunft im deutschen Sprachraum, genoss großes Ansehen. Die Hochblüte des Weinbaus, gesellschaftliche, kirchliche und weltliche Zusammenkünfte aller Stände führten zu einem intensiven und hochkultivierten, städtischen Gemeinschaftsleben.

Bereits 1305 n. Chr. erhielt Krems das Stadtrecht mit der Begründung, dass die Ehre der Stadt in den Weingärten liegt.

Die Hauerinnung Krems und Stein mit dem „Hauervater“ an der Spitze hält in jahrhundertealter Überlieferung ihr Brauchtum und ihre berufliche Verbundenheit mit dem Weinbau hoch in Ehren. Jeder junge Hauer bezeugt bei der festlichen Aufnahme: „Ich gelobe, ein braver Hauer zu sein.“ Er weiß, dass nur in liebevoller und harter Arbeit im Keller und Weingarten das Gedeihen eines edlen Weines gewährleistet ist.

1938 gründeten Kremser Winzer der Hauerinnung Krems und Stein die WINZER KREMS. Der „Hauervater“ der Hauerinnung, Eduard Felsner, war bis Mai 2005 gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der WINZER KREMS. Heute bestimmt der neue Obmann, Florian Stöger, gemeinsam mit neun Vorstandsmitgliedern die Geschicke des größten Weinproduzenten Österreichs. Mit der alten Hauertradition wird der Wein als wertvolles Kulturgut gepflegt, um den Freunden des Weines Jahrgang für Jahrgang die reine Freude zu bereiten.

Historische Verantwortung

Anfang September 2018 wurde die WINZER KREMS eG durch den Roman "Der Wein des Vergessens" von Bernhard Herrman und Robert Streibel (Residenz Verlag) mit bisher nicht aufgearbeiteten Aspekten ihrer Geschichte in der NS-Zeit konfrontiert. Diese betreffen einzelne Liegenschaften, die vor der nationalsozialistischen Machtübernahme in Österreich im Besitz der jüdischen Familie Robitschek standen und in der Folge arisiert wurden.

Historische Verantwortung

Anfang September 2018 wurde die WINZER KREMS eG durch den Roman "Der Wein des Vergessens" von Bernhard Herrman und Robert Streibel (Residenz Verlag) mit bisher nicht aufgearbeiteten Aspekten ihrer Geschichte in der NS-Zeit konfrontiert. Diese betreffen einzelne Liegenschaften, die vor der nationalsozialistischen Machtübernahme in Österreich im Besitz der jüdischen Familie Robitschek standen und in der Folge arisiert wurden.

Aufarbeitung

Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der WINZER KREMS eG beschlossen, sich proaktiv mit den aufgeworfenen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Dazu wurde die renommierte Historikerin und ehemalige Leiterin des Dokumentationsarchivs Österreichischer Widerstand (DÖW), Dr. Brigitte Bailer-Galanda, als kritische Beraterin gewonnen. Lange Zeit waren wir uns der historischen und moralischen Problematik nicht bewusst gewesen und haben uns nun den kritischen Fragen dieser Zeit aufrichtig gestellt. Wir machten es daher zu unserer Aufgabe, diese Zusammenhänge wissenschaftlich aufzuarbeiten. Die Arbeiten dazu wurden unter der Leitung des DÖW umgehend aufgenommen und Mitte 2020 fertig gestellt. Hier eine kurze Chronologie der Aufarbeitung unserer Geschichte:

Die Vorbesitzer

Paul Robitschek und seine Mutter Johanna (Fotos: Archiv Bernhard Herrman)

Besuch der Nichte

Am 13. September 2018 besuchte Juanita Robitschek, die Nichte des Paul Robitschek, aus Caracas/Venezuela die WINZER KREMS.

» mehr Information

Zwischenbericht und Gedenktafel

Am 3. Juli 2019 hat WINZER KREMS einen Zwischenbericht der Aufarbeitung der Gründungsgeschichte präsentiert und eine Gedenktafel enthüllt. Der Endbericht wird im Herbst 2019 fertig sein und ebenfalls hier zum Download angeboten.

» Download Zwischenbericht (pdf)

» Download Pressetext (pdf)

» link: Video der Präsentation & Enthüllung (youtube)

Hoher Besuch aus Israel

Am 6. August 2019 besuchte die israelische Botschafterin in Wien, Talya Lador-Fresher, die WINZER KREMS. Ihre Exzellenz war beeindruckt von der professionellen Aufarbeitung der Geschichte und der Präsentation der Gedenktafel.

Neue Unterlagen

5. November 2019 - Erfreulicher Weise ist die mit der Aufarbeitung der Gründungsgeschichte der WINZER KREMS beauftragte Kommission um Dr. Brigitte Bailer-Galanda (Bildmitte) bei den Recherchen auf neue Unterlagen gestoßen, die in den Endbericht noch einfließen. Die für Herbst 2019 geplante Veröffentlichung des Berichts wird sich daher verzögern.

Endbericht

17. Juni 2020

Im Mai 2020 hat die mit der Aufarbeitung der Gründungsgeschichte der Winzer Krems beauftragte Kommission den Endbericht fertig gestellt und am 17. Juni 2020 an die WINZER KREMS überreicht. 

Die vier Autoren der Publikation:

  • Univ. Doz. Dr. Brigitte Bailer-Galanda, ehemalige wissenschaftliche Leiterin Dokumentationsarchiv Österreichischer Widerstand (DÖW)
  • Mag. Dr. Gerhard Baumgartner, wissenschaftlicher Leiter des DÖW
  • Dr. Bernhard Herrman, Historiker
  • Prof. Dr. Robert Streibel, Historiker

Zusammengefasst handelte es sich bei der Arisierung der Robitschekschen Besitzungen in der Sandgrube in Krems um einen einerseits komplizierten, andererseits auch gut dokumentieren Vorgang mit unterschiedlichen Interessen innerhalb der beteiligten NS-Behörden. Das Rückstellungsverfahren nach dem Krieg zog sich bis 1949 und endete mit einem – damals in Österreich üblichen – Vergleich.

Außer Diskussion steht, dass damals großes Unrecht begangen wurde. Die heutige WINZER KREMS ist sich ihrer historischen und moralischen Verantwortung bewusst und bekräftigt mit der Veröffentlichung des wissenschaftlichen Endberichts ihr Bekenntnis zu Toleranz, Vielfalt und der Unteilbarkeit der Menschenrechte.

>> download Endbericht (pdf)*
>> download Anhang zum Endbericht - Chronologie (pdf)*

*Jegliche Weiterverwertung dieser Dokumente bedarf der Zustimmung der Autoren und der Winzer Krems.

Meilensteine

Folgen Sie uns auf eine Zeitreise durch die Geschichte der WINZER KREMS!

Meilensteine

Folgen Sie uns auf eine Zeitreise durch die Geschichte der WINZER KREMS!

13. April 1938

Beschluss zur Gründung einer Winzergenossenschaft in Krems

1939

Teile des Weinguts in der Sandgrube waren bis 1938 in Besitz des jüdischen Weinhändlers Paul Robitschek und seiner Mutter Johanna. Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland floh Robitschek aus Österreich. Sein Weingut wurde „arisiert“ und 1939 von der Winzergenossenschaft Krems erworben. 1948 fand dazu ein Restitutionsverfahren statt, das 1949 in einem Vergleich endete. Dieses dunkle Kapitel des Nationalsozialismus in der Geschichte der WINZER KREMS wurde von 2018 bis 2020 vom Dokumentationsarchiv Österreichischer Widerstand (DÖW) wissenschaftlich aufgearbeitet - siehe auch "Historische Verantwortung".

1943

Weinlese 1943 in der Ried "Frechau". Traubenverwiegung direkt im Weingarten

1956

Die Funktionäre der WINZER KREMS im Jahr 1956.

1961

Geburt einer großen Marke: der KREMSER SCHMIDT wird im Wiener Hotel Europa erstmals präsentiert.

1961

Das Weingut der WINZER KREMS im Jahr 1961.

1964

Kremser Schmidt-Werbung auf einer Straßenbahn in Wien

1970

So sahen früher Messestände aus: bei der "Alles für den Gast" in Salzburg, 1970.

1989

Ing. Franz Hellmer, seit 1956 Geschäftsführer der WINZER KREMS, übergibt an Franz Ehrenleitner.

1995

Das erste Akkordeonfestival in der WINZER KREMS - die Geburtsstunde von GLATT & VERKEHRT

Glatt & Verkehrt Musikfestival

2001

Eröffnung der neuen Füllanlage.

2003-2005

Von 2003 bis 2005 werden ein neuer Gär- und Reifekeller sowie eine neue Kelterstation und Traubenübernahme errichtet.

Mai 2005

Eduard Felsner, seit 1987 Vorstandsvorsitzender,  übergibt die WINZER KREMS in die Hände von Franz Bauer.

2005

Eröffnung des neuen Kellers und der Weinerlebniswelt SANDGRUBE 13 wein.sinn

Weinerlebnis SANDGRUBE 13 wein.sinn

2005

Das Weingut der WINZER KREMS nach dem Umbau.

2011

50jähriges Jubiläum der Marke KREMSER SCHMIDT.

2014

Eröffnung der Vinothekkeller Bründlgraben

2019

Franz Ehrenleitner, seit 1989 Geschäftsführer, übergibt an Ludwig Holzer.

2020

Obmann ÖkR Franz Bauer übergibt die Funktion des Vorstandsvorsitzenden an Florian Stöger.